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Glossar

Haustechnik von A bis Z.

Hydraulischer Abgleich, Legionellen, Kältemittel, Wärmerückgewinnung: die wichtigsten Begriffe aus Heizungs-, Sanitär-, Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik — kurz erklärt.

B4 Begriffe
BAFABundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Förderstelle des Bundes, die unter anderem Zuschüsse für Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik im Rahmen der BEG bearbeitet.
BEGBundesförderung für effiziente Gebäude
Zentrales Förderprogramm des Bundes für energetische Sanierung und den Heizungstausch. Wird über KfW und BAFA umgesetzt und besteht aus kombinierbaren Bausteinen wie Grund-, Geschwindigkeits- und Einkommensbonus.
BHKWBlockheizkraftwerk
Anlage, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt (Kraft-Wärme-Kopplung). Ein Motor treibt einen Generator an, seine Abwärme fließt ins Heizungssystem. Wirtschaftlich vor allem dort, wo über das ganze Jahr ein gleichmäßiger Wärmebedarf besteht – etwa in Mehrfamilienhäusern, Kliniken oder Betrieben.
Brennwerttechnik
Heiztechnik, die zusätzlich die Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas nutzt. Das Abgas wird so weit abgekühlt, dass der Dampf kondensiert. Voraussetzung ist eine ausreichend niedrige Rücklauftemperatur.
D2 Begriffe
Druckluft-Leckage
Undichte Stelle im Druckluftnetz, etwa an Kupplungen, Schläuchen oder Verschraubungen. Leckagen verlieren rund um die Uhr Luft, solange das Netz unter Druck steht, und gehören zu den größten Verlustquellen einer Druckluftanlage. Geortet werden sie meist mit Ultraschall-Lecksuchgeräten.
Druckluftaufbereitung
Filter, Trockner und Kondensatableiter, die Druckluft auf die benötigte Qualität bringen. Die Anforderungen an Partikel, Wasser und Öl werden in Reinheitsklassen nach ISO 8573-1 angegeben.
E1 Begriff
Enthärtungsanlage
Anlage, die dem Trinkwasser Calcium und Magnesium entzieht und so Kalkablagerungen in Leitungen, Warmwasserbereitern und Armaturen verringert. Sie muss regelmäßig gewartet werden, damit sie hygienisch einwandfrei arbeitet.
F3 Begriffe
F-GaseFluorierte Treibhausgase
Kältemittel, die in vielen Klima- und Kälteanlagen sowie Wärmepumpen eingesetzt werden. Die europäische F-Gase-Verordnung begrenzt ihren Einsatz schrittweise, schreibt je nach Kältemittel und Füllmenge Dichtheitskontrollen vor und erlaubt Arbeiten am Kältekreis nur zertifiziertem Fachpersonal.
Fernwärme
Wärme, die zentral erzeugt und über ein Rohrnetz an Gebäude geliefert wird. Im Haus überträgt eine Übergabestation die Wärme über einen Wärmetauscher an den Heizkreis.
Fußbodenheizung
Flächenheizung, die Wärme über den Boden abgibt. Kommt mit niedriger Vorlauftemperatur aus und harmoniert dadurch besonders gut mit einer Wärmepumpe.
G2 Begriffe
Gefährdungsanalyseheute: Risikoabschätzung nach TrinkwV
Systematische Untersuchung einer Trinkwasserinstallation, wenn der technische Maßnahmenwert für Legionellen überschritten ist. Mit Ortsbesichtigung, Prüfung von Temperaturen, Leitungsführung und Dokumentation werden die Ursachen ermittelt. Die Trinkwasserverordnung von 2023 spricht von Risikoabschätzung.
GEGGebäudeenergiegesetz
Gesetz, das energetische Anforderungen an Gebäude regelt. Es schreibt unter anderem vor, dass neu eingebaute Heizungen zu einem überwiegenden Anteil mit erneuerbarer Energie betrieben werden müssen. Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen.
H2 Begriffe
Heizlast
Wärmeleistung, die ein Gebäude bei tiefsten Außentemperaturen benötigt. Sie ist die Grundlage für die richtige Dimensionierung der Heizung — eine zu groß gewählte Anlage läuft ineffizient.
Hydraulischer Abgleich
Einstellung der Heizungsanlage, bei der jeder Heizkörper exakt die benötigte Wassermenge erhält. Senkt den Verbrauch, sorgt für gleichmäßige Wärme und ist Voraussetzung für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe.
J1 Begriff
JAZJahresarbeitszahl
Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr. Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entstehen. Je höher die JAZ, desto günstiger der Betrieb.
K2 Begriffe
Kältemittel
Arbeitsmedium im Kältekreis von Klimaanlagen, Kälteanlagen und Wärmepumpen. Es nimmt beim Verdampfen Wärme auf und gibt sie beim Verflüssigen wieder ab. Neben fluorierten Kältemitteln kommen zunehmend natürliche Kältemittel wie Propan, CO₂ oder Ammoniak zum Einsatz.
KfWKreditanstalt für Wiederaufbau
Förderbank des Bundes. Bearbeitet im Rahmen der BEG unter anderem die Förderung für den Heizungstausch sowie zinsgünstige Kredite für energieeffizientes Bauen und Sanieren.
L1 Begriff
Legionellen
Bakterien, die sich in warmem, stehendem Wasser zwischen etwa 25 und 50 °C vermehren. Gefährlich werden sie beim Einatmen feiner Wassertröpfchen, etwa unter der Dusche. Schutz bieten ausreichende Warmwassertemperaturen, kaltes Kaltwasser und regelmäßiger Wasseraustausch.
P2 Begriffe
Probenahmestelle
Spezielles Ventil in der Trinkwasserinstallation, an dem Proben für die Legionellenuntersuchung entnommen werden – typischerweise am Austritt des Trinkwassererwärmers, am Zirkulationsrücklauf und in den Steigsträngen.
Pufferspeicher
Wassergefüllter Speicher, der von der Heizung erwärmtes Wasser vorhält. Sorgt für ruhigeren, effizienteren Betrieb von Wärmeerzeugern, überbrückt Sperrzeiten und nimmt Wärme aus Solarthermie oder Wärmerückgewinnung auf.
R2 Begriffe
RLT-AnlageRaumlufttechnische Anlage
Anlage, die Luft maschinell fördert und je nach Ausstattung filtert, erwärmt, kühlt, befeuchtet oder entfeuchtet. Typisch für Büros, Schulen, Kliniken, Produktion und Handel. Für den hygienischen Betrieb ist die VDI 6022 maßgeblich.
Rückflussverhinderer
Armatur, die verhindert, dass Wasser entgegen der Fließrichtung zurückströmt. Schützt Trinkwasser vor Verunreinigung, etwa aus Warmwasserbereitern oder angeschlossenen Geräten. Welche Sicherungsarmatur nötig ist, hängt nach DIN EN 1717 von der Gefährdung durch die angeschlossene Flüssigkeit ab.
S3 Begriffe
Solarthermie
Nutzung der Sonnenwärme über Kollektoren auf Dach oder Fassade. Die Wärme wird in einen Speicher geleitet und unterstützt die Warmwasserbereitung oder die Heizung. Nicht zu verwechseln mit Photovoltaik, die Strom erzeugt.
Sole-Wasser-WärmepumpeErdwärmepumpe
Wärmepumpe, die dem Erdreich über Sonden oder Flächenkollektoren Wärme entzieht. Sehr effizient, erfordert aber Bohrung oder Erdarbeiten und damit höhere Anfangsinvestitionen.
Systemtrennung
Hydraulische Trennung zweier Kreisläufe, damit sich deren Wasser nicht mischt – etwa zwischen Trinkwasser und Heizungs- oder Prozesswasser über einen Systemtrenner oder freien Auslauf nach DIN EN 1717, oder zwischen Fernwärmenetz und Hausheizkreis über einen Wärmetauscher.
T1 Begriff
TrinkwVTrinkwasserverordnung
Verordnung, die Anforderungen an die Qualität von Trinkwasser und die Pflichten von Wasserversorgern und Betreibern von Trinkwasserinstallationen regelt – unter anderem die Untersuchung auf Legionellen bei Großanlagen zur Trinkwassererwärmung.
V2 Begriffe
VDI 6022
Richtlinienreihe zu den Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen. Sie regelt Planung, Betrieb und Instandhaltung, unter anderem regelmäßige Hygienekontrollen und -inspektionen sowie die Schulung des Personals. Gilt als anerkannte Regel der Technik.
Vorlauftemperatur
Temperatur des Heizwassers, das zu den Heizflächen fließt. Niedrige Vorlauftemperaturen sind der Schlüssel zum effizienten Betrieb einer Wärmepumpe — Flächenheizungen und große Heizkörper helfen dabei.
W3 Begriffe
Wärmepumpe
Heiztechnik, die der Umgebung — Luft, Erdreich oder Wasser — Wärme entzieht und sie mit Strom auf ein nutzbares Niveau hebt. Zentrale Technologie der Wärmewende, hoch gefördert.
Wärmerückgewinnung
Nutzung von Wärme, die sonst ungenutzt abgeführt würde – etwa aus der Abluft einer Lüftungsanlage, die über einen Wärmeübertrager die Zuluft vorwärmt, oder aus der Abwärme von Kompressoren und Kälteanlagen, die ins Heizungs- oder Brauchwassersystem eingespeist wird.
Wartungsvertrag
Vereinbarung über regelmäßige Wartung und Inspektion technischer Anlagen. Regelt Leistungsumfang, Intervalle, Dokumentation und Reaktionszeiten bei Störungen. Als Orientierung für den Leistungsumfang dienen oft die VDMA 24186 oder die AMEV-Empfehlungen.
Z1 Begriff
Zirkulation
Ringleitung, die Warmwasser ständig zwischen Speicher und Entnahmestellen umwälzt. Sorgt dafür, dass warmes Wasser sofort am Hahn ankommt, und hält die Temperatur im Leitungsnetz hoch genug, um Legionellen vorzubeugen. Muss hydraulisch einreguliert sein.

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